Während unserer Klausurtagung des Christopher-Street-Day Sachsen-Anhalt in Kołobrzeg (dem ehemaligen deutschen Kolberg) haben wir durch ein wenig historische Forschung herausgefunden, dass wir uns am Geburtsort eines der wichtigsten Pioniere der queeren Emanzipationsbewegung befinden: Magnus Hirschfeld.

Hirschfeld wurde hier am 14. Mai 1868 geboren. Das Haus seiner Familie stand damals in der Mühlenstraße 10, nur wenige Schritte vom historischen Rathaus der Stadt entfernt. Das ursprüngliche Gebäude existiert heute nicht mehr—große Teile Kolbergs wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört und später wieder aufgebaut. Die Gegend um die heutige ul. Emilii Gierczak markiert jedoch ungefähr das Viertel, in dem Hirschfeld aufwuchs.

Später gründete Hirschfeld in Berlin das Institut für Sexualwissenschaft und setzte sich als Arzt, Wissenschaftler und Aktivist für die Rechte und Würde von LGBTQ+-Menschen ein. Seine Arbeit legte wichtige Grundlagen für die queere Emanzipationsbewegung, wie wir sie heute kennen.
Heute erinnert vor Ort kein Denkmal an seinen Geburtsort.

Umso wichtiger war es für uns, hier kurz daran zu erinnern, dass queere Geschichte überall zu finden ist – auch dort, wo sie nicht immer sichtbar ist. Wenn ihr mehr über Hirschfeld interessiert seid, gibt es derzeit einen kostenfreien Dokumentarfilm über seine Arbeit und sein Leben in der ARTE-Mediathek.

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